Es war einmal
Kunsthaus Zürich, 31.10.2009
Wiedereinmal ist unser OSOR-Informatikteam auf dem Wege nach Zürich um Inputs aus vorderster Front für unseren Alltag zu erhalten.
Eine amüsante Einstimmung mit "Theater-Interaktiv" hat uns auf das Hauptreferat von Zukunftsforscher Georges T. Roos aus Luzern zum Thema "Megatrends - Gesellschaftlicher Wandel und Medien" vorbereitet.
Gemäss Aussagen von Georges T. Roos verbring ein amerikanischer Jugendlicher ca 4 Stunden pro Tag an einer digitalen Schnittstelle. Wir erfahren eine stete technische Beschleunigung. Viele Dinge können schneller erledigt werden als früher. Haben wir dadurch mehr Zeit gewonnen?
Die Beschleunigung des sozialen Wandels bringt unsere Gegenwart zum Schrumpfen. Die Halbwertszeit von Erfahrungen und Wissen wird immer kleiner.
Eine Ausbildung genügt nicht mehr. Besser gesagt, wir müssen ständig in Ausbildung bleiben, um die Beschleunigung in der Multioptionsgesellschaft und dem Multitasking mithalten zu können. Mobilität wird gross geschrieben. Wer nicht mithalten kann ist out. Burnout, Depressionen sind Folgen dieser Entwicklung. Die Menschen sind auf dem Ich-Tripp. Aesthetik ersetzt die Moral. Was passt zu mir? Der Gemeinschaftsmensch (möglichst nicht auffallen und diszipliniert sein) entwickelt sich zum Selbstverwirklichungs-Freak. Die Individuation wird höher gehalten als die Sozialisation. Man erkennt dies auch in der abnehmenden Bereitschaft, ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen. Die Selbstinszenierung (Facebook, etc.) nimmt immer mehr überhand.
2030 wird der Anteil der über 60jährigen gegenüber dem Anteil der unter 20jährigen doppelt so gross ein. Obwohl die Menschen immer älter werden, werden sie eigentlich immer jünger, da sie gesundheitlich und geistig immer länger fit bleiben.
Podiumsdiskussion: Schule mit Zukunft
Teilnehmer:
Jacqueline Fehr, Nationalrätin mit Schwerpunkten Sozial- und Bildungspolitik
Beat W. Zemp, Zentralpräsident LCH
Prof. Dr. Thomas Merz, Fachbereichsleiter Medienbildung, PHZH
Auf die Frage: "Ist Medienbildung Sache der Schule?" wurde festgestellt, dass Medienpädagogik und ICT im Lehrplan verankert sind. Es geht jedoch nicht ohne die Mitarbeit der Eltern. Die Schule ist keine Reparaturwerkstätte der Gesellschaft (Zemp). Die Fachleute sind sich einig, dass Medienbildung im Alltagsunterricht integriert werden muss. Dass dazu Zeitgefässe, Ausbildung und Lehrmittel zur Verfügung stehen müssen.
Session 4: Krieg in den Medien, ein multimediales Lernangebot für Schule und Jugendarbeit
Was für eine Rolle spielen Medien im Krieg? Wie funktioniert die Manipulation von Informationen, von Bildern in den Medien? Das Thema Medien (Fernseh, Film, Foto, Ton, Internet, Computerspiele) werden mit dem Thema "Krieg und Frieden" verknüpft. Sicher einsetzbar in einer 3. Oberstufe zum Thema 2. Weltkrieg.
Session 16: ICT-Evaluation: Ein Instrument zur Analyse und Optimierung der ICT-Situation an Schulen
In diesem Referat wird das Angebot der PHZH zur Analyse und zur Optimierungsberatung der ICT-Situation einer Schule am konkreten Beispiel "ICT-Schule Olten" vorgestellt. Die Arbeitsinstrumente zur Evaluation der Ist-Situation sowie Optimierungsverfahren werden vorgestellt.
Den Spatz in der Hand .... Voraussetzung und Beispiele für den Fortschritt der Medienpädagogik in schulischen Zusammenhängen von Dr. Ida Pöttinger
In erfrischender Weise gibt Ida Pöttinger zu verstehen, dass man mit dem, was man hat etwas anfangen soll und nicht erst auf die Taube warten soll. 90% ihres Wissens beziehen Jugendliche aus neuen Medien. Medien, die in ihrem Alltag genutzt werden. Für den Lehrer gab es einen abschliessenden Tipp:
Versuch es einfach
und wenn du es einfach nicht geht,
dann geht es einfach nicht!
Das Theater-Interaktiv brachte zum Schluss der Tagung eine Pointen-gespickte Zusammenfassung des Gehörten, wobei mir ein Satz geblieben ist:
"Suchst du eine helfende Hand, suche am Ende deines eigenen Arms."
Donnerstag, 26. August 2010
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